Das neue Programmheft

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Veranstaltungsberichte

Berichte zu Veranstaltungen des August Bebel Instituts
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Bruno Taut – Meister des farbigen Bauens

Ausstellung in der Galerie im Kurt Schumacher Haus vom 23.1. bis 26.2.2010. Geöffnet Mo bis Fr, 14–18 Uhr
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Berlin–Istanbul 2009:
20 Jahre Städtepartner

Im Jahr 2009 wurde das Jubiläum der Städteverbindung Berlin–Istanbul mit vielen Veranstaltungen in beiden Städten begangen.
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Do 11. Februar 2010, 18–20 Uhr

Volksbegehren versus Volksvertreter?

Zur Rolle direktdemokratischer Elemente in der Berliner Politik

Seit 2006 gibt es in der Berliner Verfassung das direktdemokratische Instrument der Volksabstimmung auf Landesebene; auf kommunaler Eben wurde bereits 2005 das Bürgerbegehren eingeführt. Beide Instrumente werden in den letzten Jahren vermehrt genutzt. Immer öfter werden die Entscheidungen des Abgeordnetenhauses oder der BVV nachträglich durch Volks- oder Bürgerbegehren ergänzt oder verändert. Die Initiativen funktionieren einerseits als Korrektiv, wenn bestimmte Entscheidungen außerhalb des Parlaments nicht mehrheitsfähig sind. Gleichzeitig stellen sie die gewählten Abgeordneten vor neue Herausforderungen und hinterfragen deren Rollenverständnis. Wir wollen uns sowohl demokratietheoretisch mit dem Konzept Plebiszit auseinandersetzen, als auch die konkreten Auswirkungen auf die parlamentarische Arbeit beleuchten. Hierzu diskutieren wir mit Vertreter/innen des Abgeordnetenhauses, der BVV und von Initiativen für mehr direkte Demokratie.
Mit Ellen Haußdörfer MdA, John Dahl, BVV Friedrichshain-Kreuzberg, und Michael Efler, Bundesvorstand Mehr Demokratie e.V.; Leitung: Alexandra Kast, Sozialwissenschaftlerin
Do 11. Februar 2010, 18–20 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 9. Februar, Veranstaltung O36
 

Fr 12. Februar 2010, 18–21.15 Uhr

Die alltägliche Gegenwart der kolonialen Vergangenheit – Spuren der Kolonialzeit im heutigen Berlin

Multimediavortrag mit Diskussion

Berlin ist wie London und Paris eine Kolonialmetropole, die von 1884 bis 1918 die Schaltzentrale des deutschen Kolonialreiches war. Von dieser Stadt ging eine Aggression aus, die Menschen in West- und Südafrika, in Polynesien und in China ihres Landes, ihres Besitzes und allzu oft ihres Lebens beraubte. In den Kolonien erbeutete Güter, Kunstschätze und auch Menschen kamen in diese Stadt - meist aus Afrika, wo die deutschen »Besitzungen« am Größten waren. Sie kamen als Händler und  Diplomaten, aber auch als Zwangsarbeiter, »Zooattraktionen« und als »Kriegsbeute«. Die verdrängte deutsche Kolonialzeit hat Berlin mitgeprägt.
Der Multimediavortrag kombiniert die Lebenswelt des heutigen Berlin mit Spuren aus dieser kolonialen Vergangenheit, von der noch heute selbstverständlich, häufig auch unbemerkt profitiert wird. Die Referent/innen stellen auch Kontroversen um koloniale Straßennamen in Berlin dar. Die Debatte um die erste postkoloniale Straßenumbenennung weist einen Weg hin zu einer neuen Erinnerungspolitik.
Referenten: Joshua Kwesi Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD Bund e.V.); Christian Kopp, Berlin Postkolonial e.V.
Leitung: Joachim Wagner, Politikwissenschaftler
Fr 12. Februar 2010, 18–21.15 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 5. Februar, Veranstaltung O86


 

Die Zukunft der Stadt

Zum Programm des August Bebel Instituts im Frühjahr 2010

Von Ingo Siebert, Geschäftsführer und Studienleiter

Unter dem Titel »Berlin 2010« wurden vor fünfzehn Jahren Zukunftsentwürfe für die Stadt diskutiert. Erwartet wurde vor allem Wachstum: Wachstum an Bevölkerung und Wirtschaft. Diese Form von Wachstum ist nicht eingetreten. Dennoch entwickelt die Stadt seit der friedlichen Revolution von 1989 und der Maueröffnung vor allem Vielfalt und Kreativität.

Heute, 2010, diskutieren wir Berlin als solidarische Stadt und knüpfen wieder an die Wurzeln sozialer Bewegungen in den Metropolen Europas an. Im Mittelpunkt unseres Programms stehen deshalb Fragen der Entwicklung von sozialer und gebauter Stadt, der Partizipation von Bürger/innen an Entscheidungsprozessen und Ideen für die Gestaltung von guten Lebensverhältnissen.

Wir starten unser Programm mit einem Rückblick auf das Jahr 1990 und in Berlins »neuer« Mitte. Die alte Macht in Ostberlin war abgetreten und die neue noch nicht etabliert. Diese Interimszeit – ein »kurzes Jahr der Anarchie« – setzte eine euphorische Aufbruchstimmung und chaotischen Schöpfungsdrang frei, deren Spuren auch nach 20 Jahren in der Stadt zu finden sind. Mit einem Filmabend und einem Stadtrundgang werden wir an diese Zeit erinnern.

In unserer Galerie im Kurt Schumacher Haus beginnen wir das Jahr mit der Ausstellung »Bruno Taut – Meister des farbigen Bauens« und zeigen dessen Siedlungsbauten in Berlin, mit denen er die Wohn- und Lebensverhältnisse reformieren wollte.

In unseren stadtpolitischen Seminaren und Veranstaltungen fragen wir, wie die Zukunftsprojekte der Stadt von ihren Bürger/innen gestaltet werden können: beispielsweise in der Schulpolitik, der Stadt­entwicklung und der Bewältigung von Konflikten in der Einwanderungsstadt. Dabei beschäftigen wir uns auch mit Volksbegehren und ihrer Rolle in der Berliner Politik. Nach fast fünf Jahren Erfahrung mit diesem Instrument direktdemokratischer Politik nehmen wir uns Zeit für eine kritische Auswertung.

Viele weitere Veranstaltungen laden zum Dialog ein. Wir freuen uns auf ihren Besuch!
 

 

Das Programm des Jahres 2009 und das Programmarchiv finden Sie hier.

 

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