Bruno Taut, einer der bedeutendsten Architekten der Moderne, gehörte früh dem 1907 gegründeten Deutschen Werkbund an. Aus Anlass seines 125. Geburtstages widmete ihm der Berliner Werkbund im Jahr 2005 eine Wanderausstellung, die bereits in vielen Metropolen der Welt gezeigt wurde, so auch in den großen Städten der Türkei, wo Taut von 1936 bis zu seinem frühen Tod 1938 im Exil lebte und wirkte. Taut war Architekt, Stadtplaner, Designer, Humanist, Sozialreformer und vor allem Künstler. Intellekt und Gefühl spiegeln sich in seinen Siedlungsbauten in Berlin, mit denen er die Wohn- und Lebensverhältnisse seiner Zeit reformieren wollte. Die UNESCO hat sechs denkmalgeschützte Berliner Wohnanlagen, darunter die Schillerpark-Siedlung im Wedding, im Juli 2008 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Wir freuen uns, die Ausstellung in der Galerie im Kurt Schumacher Haus gemeinsam mit dem Kulturforum Stadt Berlin zeigen zu können. In ihr werden erstmals Tauts Berliner Siedlungsbauten systematisch dargestellt, jetzige Sanierungsmaßnahmen und Verfahren im Denkmalschutz thematisiert. Der Architekt Winfried Brenne hat grundlegende Beiträge zu Wiedergewinnung und Erhalt dieses Erbes geleistet.
Einführung: Winfried Brenne, Kurator der Ausstellung In Zusammenarbeit mit Deutscher Werkbund; Kulturforum Stadt Berlin
Sa 23. Januar 2010, 18.30-21 Uhr Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Veranstaltung O30
Ausstellung in der Galerie im Kurt Schumacher Haus:
23. 1.26. 2. 2010, dienstags bis freitags,15 bis 18 Uhr
Seit 2006 gibt es in der Berliner Verfassung das direktdemokratische Instrument der Volksabstimmung auf Landesebene; auf kommunaler Eben wurde bereits 2005 das Bürgerbegehren eingeführt. Beide Instrumente werden in den letzten Jahren vermehrt genutzt. Immer öfter werden die Entscheidungen des Abgeordnetenhauses oder der BVV nachträglich durch Volks- oder Bürgerbegehren ergänzt oder verändert. Die Initiativen funktionieren einerseits als Korrektiv, wenn bestimmte Entscheidungen außerhalb des Parlaments nicht mehrheitsfähig sind. Gleichzeitig stellen sie die gewählten Abgeordneten vor neue Herausforderungen und hinterfragen deren Rollenverständnis. Wir wollen uns sowohl demokratietheoretisch mit dem Konzept Plebiszit auseinandersetzen, als auch die konkreten Auswirkungen auf die parlamentarische Arbeit beleuchten. Hierzu diskutieren wir mit Vertreter/innen des Abgeordnetenhauses, der BVV und von Initiativen für mehr direkte Demokratie.
Mit Ellen Haußdörfer MdA, John Dahl, BVV Friedrichshain-Kreuzberg, und Michael Efler, Bundesvorstand Mehr Demokratie e.V.; Leitung: Alexandra Kast, Sozialwissenschaftlerin
Do 11. Februar 2010, 18-20 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 09. Februar, Veranstaltung O36
Dieser Abend steht im Zeichen zweier Projekte der Städtepartnerschaft zwischen Istanbul und Berlin. Zunächst stellen wir das Buch »Intercity IstanbulBerlin« (herausgegeben von Çağla İlk, Çiçek Bacik und Mario Pschera) vor. Ein breites Spektrum an Autor/innen aus beiden Städte schildert auf 360 Seiten (deutsch/türkisch) die dynamischen Prozesse in diesen Metropolen, die beide auf ihre Weise Schnittstelle zwischen Ost und West und im ständigen Wandel begriffen sind. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Städte werden aus den Perspektiven der Literatur, Stadtentwicklung, Architektur und Kultur aufgezeigt. Das Buch ist nicht zuletzt eine Einladung zu einer vertieften Zusammenarbeit beider Metropolen bei der Bewältigung stadtpolitischer Aufgaben. Wie diese Zusammenarbeit aussehen kann, zeigt die filmische Kurzdokumentation der Konferenz »Zivilgesellschaft(en) in Berlin und Istanbul« vom Oktober 2009 der Istanbuler Filmemacherin Somnur Vardar, der viele der Autorinnen und Autoren des Buches »Intercity IstanbulBerlin« zeigt und an diesem Abend uraufgeführt wird. Anschließend laden wir ein zum Gespräch mit den Autor/innen und weiteren Aktiven der Städtepartnerschaft.
Leitung: Çağla İlk und Çiçek Bacık, Forum Berlin Istanbul; Mario Pschera, J&D Dagyeli Verlag; Ingo Siebert, August Bebel Institut, und viele Partner/innen
Sa 6. März 2010, 18-21 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 20. Februar, Veranstaltung O39
Schulpolitik ist 2010 ein zentrales Zukunftsprojekt: Schulstrukturreform und demografischer Wandel sind die wichtigsten Faktoren der Veränderungen der Berliner Schulen. Mit der Einführung der Integrierten Sekundarschule verschwindet das alte dreigliedrige Schulsystem. Der Schulversuch »Gemeinschaftsschule« weckt hohe Erwartungen. Mit unserem Workshop erörtern wir den Stand und die ersten Erfahrungen mit der Veränderung der Schullandschaft mit Verantwortlichen auf der Landesebene und aus den Bezirken. Wie gestalten in den Berliner Bezirken Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen und Bezirksverordnete diesen Prozess? Welche bildungspolitischen Ziele für bessere Bildungschancen können mit der bezirklichen Schulentwicklungsplanung umgesetzt werden? Haben wir einen gemeinsamen Plan? Wie können durch Nachnutzungskonzepte die geschlossen Schulstandorte für öffentliche Belange erhalten bleiben? Welche Wirkungen haben die Veränderungen für die Stadtteile, ihre Bewohner/innen und die soziale Stadtentwicklung?
Mit Stefan Komoß, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Finanzen, Marzahn-Hellersdorf; Elke Ahlhoff, Vorsitzende, Schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg; u.a.
Sa 13. März 2010, 1017 Uhr in Berlin Wedding, Beitrag 5 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 25. Februar, Veranstaltung O34
Berlin ist längst eine Metropole, die sich positiv mit ihrer Einwanderungsgeschichte identifiziert. Dennoch stellen die Migration der letzten Jahrzehnte, die Ost-West-Teilung, sowie die Heterogenität von Lebensentwürfen die Stadt und ihre Bewohner/innen auch vor besondere Herausforderungen, das Zusammenleben gestaltet sich nicht immer einfach. Große öffentliche Aufmerksamkeit erlangte der erste Moscheebau in Ost-Berlin, der von massiven Protesten seitens der Bevölkerung begleitet wurde. In der Veranstaltung möchten wir einerseits die wichtigen Konfliktlinien moderner Einwanderungsgesellschaften aufzeigen, andererseits eine Dialogmethode vorstellen, die von uns in der Praxis u.a. im Konflikt um den Moscheebau in Pankow-Heinersdorf praktisch erprobt und weiterentwickelt wurden: Mit welchen konfessionalisierten und/oder kulturalisierten Konflikten haben wir es in der Einwanderungsstadt Berlin zu tun? Wo stößt der Dialog als Methode an seine Grenzen, wo eröffnet er Chancen und Potenziale?
Leitung: Ann-Sofie Susen und Gönül Kaya, Ostkreuz; mit Christa Müller, Bürgerinitiative »Heinersdorf öffne dich« und Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin In Kooperation mit dem Mobilen Beratungsteam »Ostkreuz« für Demokratieentwicklung, Menschenrechte und Integration / Stiftung SPI Do 18. März 2010, 18-20 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 14. März, Veranstaltung O35
Neumitglieder in politischen Organisationen müssen sich in unbekannten Strukturen orientieren: Wer hat hier eigentlich Einfluss und warum? Worauf kommt es an, wenn ich mit meinen Anliegen Gehör finden will? Wie finde ich meine Gestaltungsspielräume im Politikbetrieb? Politische Organisationen pflegen ihre eigenen Regeln und Traditionen. Wer neu hinzukommt, muss erst einen Platz in dieser Gemeinschaft finden. Dabei muss ich als Neue/r herausfinden, worauf ich mich einlassen will und kann.
Unser Workshop zeigt Wege zur besseren Integration in den Freizeitspaß »Politik machen«. In Gruppenarbeit und im Plenum untersuchen wir formelle und informelle Seiten der politischen Kommunikation, tauschen Erfahrungen aus und üben uns ausführlich in der Kunst der politischen Argumentation. Als Gesprächspartner ist Raed Saleh, Mitglied des Abgeordnetenhauses und integrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, eingeladen und kann zu seinen Motiven und Erfahrungen im politischen Werdegang befragt werden.
Leitung: Alexandra Kramm, Politikwissenschaftlerin (M.A.), Enrico Troebst, Dipl.-Soziologe
Sa 17 April 2009, 10-17 Uhr in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung u. Getränke, Anmeldung bis 07. April, Veranstaltung O33
Kann man eine solidarische Stadt planen? Berlin ist eine Stadt, die ständig im Umbruch ist. Seit den 1980er Jahren mit der Hausbesetzerbewegung und der behutsamen Stadterneuerung gibt es viele Versuche, die verschiedenen Interessen in der Stadt bei großen und kleinen Stadtentwicklungsprojekten zu berücksichtigen. Die Staatssekretärin für Stadtentwicklung Hella Dunger-Löper spricht von der »Stadt der Partizipation«. Ein großer Teil der Projekte wird in den Bezirken geplant. Auch die Partizipation wird hier von der Bürgerbeteiligung bis zum Bürgerbegehren organisiert. Gleichzeitig wird unter den Stichworten Gender und Diversität versucht, die verschiedenen Interessen der vielfältigen Stadtbevölkerung schon von Anfang an in die Planungsprozesse zu integrieren. Bei all diesen Versuchen spielen aber auch die Interessen der Investoren eine zentrale Rolle und scheinen zu manchmal unüberbrückbaren Interessengegensätzen zu führen. Der Workshop setzt sich mit den Grundlagen, der Geschichte und aktuellen Entwicklungen von Stadtplanungsprozessen in Berlin und seinen Bezirken auseinander.
Mit Hella Dunger-Löper, Staatssekretärin für Stadtentwicklung; Uwe Stäglin, Bezirksstadtrat für Stadtplanung Steglitz-Zehlendorf; Thomas Knorr-Siedow, Soziologe und Stadtplaner
Sa 12. Juni 2010, 10-17 Uhr in Berlin Wedding, Beitrag 5 € inkl. Verpflegung u. Getränke, Anmeldung bis 01. Juni, Veranstaltung O32
Schwerpunkt der Exkursion sind die rumänischen Städte Hermannstadt, Klausenburg und Bukarest, die mit Unterstützung der GTZ und der EU versuchen, die Wohn- und Lebensqualität durch Stadtsanierung und durch »sauberen« und stadtverträglichen Verkehr zu verbessern. Bukarest arbeitet dabei auch mit Berlin in den EU-Projekten CIVITAS und CAPRICE zusammen. Weitere Gesprächsthemen sind u.a. die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und die Anbindung an Mitteleuropa. Wir werden von Berlin über Prag und Budapest nach Rumänien mit der Bahn anreisen, deren Modernisierung im Rahmen des EU-Projektes SoNorA (»Süd-Nord-Achse«) vorgesehen ist. Die Veranstaltung richtet sich an politisch engagierte Bürger/innen mit Praxiserfahrung im Bereich der Verkehrs-, Stadtentwicklungs- und Raumordnungspolitik mit Englischkenntnissen.
Leitung: Dr. Jürgen Murach und Wolfgang Schwenk
Sa 19. Mo 28. Juni 2010 in Rumänien, Beitrag: ca. 850 € inkl. Bahnfahrt und Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück (9 Übernachtungen), Anmeldung bis 30. April, Veranstaltung O37