Erhält der Antisemitismus eine neue gesellschaftliche Akzeptanz? »Du Jude!« ist auf Berliner Schulhöfen zu hören und als Schimpfwort gemeint. In privaten Gesprächen und in der Öffentlichkeit werden zunehmend antisemitische Ansichten geäußert. Das können auch die Museumsführer/innen des Jüdischen Museums Berlin aus Besucherkontakten berichten. Eine Führung durch das Jüdische Museum zur historischen Entwicklung des Antisemitismus und die Erfahrungen der Teilnehmer/innen sind die Ausgangspunkte unseres Seminars. Im Anschluss an eine Medienanalyse werden Motive und Hintergründe von antisemitischen Haltungen analysiert. In einem Argumentationstraining werden schließlich Argumente erprobt, die antisemitischen Stereotypen entgegengesetzt werden können.
Fr/Sa 26./27. Februar 2010, jeweils 10-18.30 Uhr in Berlin Kreuzberg, Beitrag 30 € inkl. Besuch Jüdisches Museum Berlin, Anmeldung bis 03. Februar, Veranstaltung O70
Wiederhlg. Fr/Sa 21./22. Mai 2010, Anmeld. bis 28. April, Veranst. O71
Vor zwanzig Jahren hat sich mit der samtenen Revolution auch in Tschechien die politische Landschaft neu geordnet. Bis heute bleibt das Parteiensystem, gerade in Zeiten der Übergangsregierung und aufgeschobenen Neuwahlen, durch Abspaltungen und Neugründungen in Bewegung. Zwar wird der Kampf um die politische Vorherrschaft, ähnlich wie in der Bundesrepublik, vor allem zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten ausgetragen. Im südöstlichen Nachbarland wurden jedoch mit Rot-Rot sowie Schwarz-Grün schon längst Regierungskoalitionen gebildet, die hierzulande nach wie vor umstritten sind. Wie links sind also die Grünen in Tschechien? Wie geht die Kommunistische Partei mit ihrer Vergangenheit um? Was ist von der Rolle Tschechiens in der EU zu halten, in der Präsident Vaclav Klaus als einer der konservativsten Kritiker auftritt? Und welche linken außerparlamentarischen Strömungen zeigen sich heute, etwa im Protest gegen das (inzwischen aufgegebene) Projekt einer US-amerikanischen Raketenabwehrstation?
Leitung: Daniela Honigmann, Moderation: Richard Szklorz, freier Journalist
Referenten: Milan Horacek, bis 2009 MdEP für Bündnis 90/Die Grünen, und Gerald Schubert, Chefredakteur der Auslandsprogramme des Tschechischen Rundfunks
Do 04. März 2010 in der Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 26. Februar, Veranstaltung O72
Sind die Wahlniederlagen der sozialdemokratischen/sozialistischen Parteien ein aktueller Betriebsunfall oder deuten sie auf strukturelle Defizite hin? Die französische Parti Socialiste (PS) hat sich von ihren Wahlniederlagen nicht erholt. Die innerparteilichen Auseinandersetzungen werden mühsam kaschiert. Links neben ihr haben sich neue Parteien etabliert. Aber die Diskussion um eine Reform hat begonnen. Neben der programmatischen Erneuerung ist auch die Spitzenkandidatur zu klären. Hat Ségolène Royal bei den Mitgliedern und Wähler/innen noch eine Chance? Oder wird der von vielen favorisierte Dominique Strauss-Kahn seinen Hut gegen Sarkozy in den Ring werfen?
Gibt es eine Chance für ein gemeinsames europäisches Programm der sozialdemokratisch/sozialistischen Parteien? Die Bereitschaft scheint in der PS und bei anderen Parteien größer zu sein als bei der SPD. Der Termin unserer Veranstaltung ist hoch aktuell. Am 14. März findet in Frankreich der erste Wahlgang der Regionalwahlen statt.
Referenten/innen: Dr. Ernst Hillebrand, Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Paris; Dr. Claire Demesmay, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.; Matthieu Rigal, Secrétaire de la section de Berlin du Parti Socialiste
Moderation: Peter Schuster, Koordinator Projektgruppe BerlinParis
Leitung: Joachim Wagner, August Bebel Institut
Mi 17. März 2010 in der Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 12. März, Veranstaltung 073
Die Verbindung beider Städte wurde nicht nur durch die Bildung politischer, kultureller sowie wirtschaftlicher Institutionen besiegelt. Daneben haben sich im Laufe der Jahre auch türkischsprachige Medienvertretungen in der deutschen Hauptstadt sowie deutschsprachige Medienrepräsentanzen in der Metropole am Bosporus angesiedelt. Diese trugen und tragen immer noch zur Verbreitung eines bestimmten Stadtbildes im jeweiligen anderen Land bei. Doch inwieweit beeinflusst die Berichterstattung das Bild der anderen Stadt?
Schürt sie Klischees, Neugierde oder gar Abneigung? Wie wird über stadt-, migrations- und kulturpolitische Themen berichtet? Da die Berichterstattung meist in der fremden Sprache erfolgt, ist die Zielgruppe einseitig. Unser gemeinsamer Diskussionsabend mit deutschen und türkischen Medienvertretern will zu mehr Verständnis beitragen.
Referenten/innen: Ahmet Külahçi, Büroleiter von »Hürriyet« und Doğan Nachrichentagentur Berlin; Ferda Ataman, Autorin »Der Tagesspiegel« und Journalisten-Netzwerk »Neue Deutsche Medienmacher«; Claudia Dantschke, freie Journalistin bei AYPA-TV in Berlin
Moderation: Ingo Siebert, Geschäftsführer August Bebel Institut
Leitung: Miriam Savoca, Kulturwissenschaftlerin
Di 23 März 2010 in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 18. März, Veranstaltung O38
Zur alltäglichen Gegenwart des Kolonialismus in Afrika: Vortrag in der Dialogforen-Reihe »50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten Eine (selbst)kritische Bilanz«
Mit Prof. Kum’a Ndumbe III., Universität Yaoundé I, Kamerun
Zum Auftakt der Dialogforen-Reihe »50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten Eine (selbst)kritische Bilanz« untersucht Prof. Kum’a Ndumbe III. die Kontinuitäten der kolonialen Vergangenheit im heutigen Afrika, speziell in Kamerun, sowie in Europa. Anhand der deutschen Kolonialpolitik werden jene Faktoren aufgezeigt, die zur Außenabhängigkeit und damit zur Verhinderung endogener Entwicklung führten, aber auch die Bildung des kamerunischen Widerstands beeinflussten. Der zeitgeschichtliche Rahmen umfasst die Afrikapolitik des Deutschen Reiches bis hin zur Gegenwart im vereinigten Deutschland. Der Verbleib des Tangué, einer Königsinsignie der kamerunischen Belé Belé, in München ist ein aktuelles Beispiel für die Gegenwärtigkeit des Kolonialismus.
Prof. Kum’a Ndumbe III., promovierte in Lyon und habilitierte in Berlin. Zu seinen Fachgebieten zählen Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft, v.a. die Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Er ist Gründer der Stiftung AfricAvenir International in Douala.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit AfricAvenir International e.V.
Do 15. April 2010, 19 Uhr in Berlin Wedding, Galerie im Kurt Schumacher Haus, beitragsfrei, Veranstaltung O89
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Was ist eine Zweitstimme? Welche Aufgabe hat der Bundesrat im politischen System Deutschlands? Warum ist die NPD nicht verboten? Kommunales Wahlrecht für Ausländer? Fragen über Fragen, denen sich unsere Veranstaltung zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland stellt. Ausgehend vom antitotalitären Konsens des Grundgesetzes widmet er sich dem politischen Parteiensystem, den politischen Institutionen, ausgewählten Politikfeldern und beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Europäischen Integration auf die Demokratie. Die Veranstaltung wendet sich speziell an politisch interessierte Migrantinnen und Migranten. Gemeinsam analysieren wir das politische System der Bundesrepublik aus einer Minderheitenperspektive heraus: Nach welchen Mechanismen fallen Entscheidungen in einer Demokratie, wer vertritt dabei die Interessen von politischen Minderheiten? Welche institutionellen Schranken schützen vor politischer Willkür?
Leitung: Oeztuerk Kiran, Politikwissenschaftler
Fr 16. April 2010, 17-20.15 Uhr in Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 08. April, Veranstaltung O74
Zur alltäglichen Gegenwart des Kolonialismus in Afrika: Workshop in der Dialogforen-Reihe »50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten Eine (selbst)kritische Bilanz«
In unserem Workshop untersucht Prof. Kum’a Ndumbe III. die Kontinuitäten der kolonialen Vergangenheit im heutigen Afrika, speziell in Kamerun. Anhand der deutschen Kolonialpolitik werden jene Faktoren aufgezeigt, die zur Außenabhängigkeit und damit zur Verhinderung endogener Entwicklung führten, aber auch die Bildung des kamerunischen Widerstands gegen die Kolonialmächte beeinflussten. Der zeitgeschichtliche Rahmen umfasst die Afrikapolitik des Deutschen Reiches bis hin zur Gegenwart im vereinigten Deutschland.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit AfricAvenir International e.V.
Sa 17. April, 2010, 1017 Uhr in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 15. April, Veranstaltung O90
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Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 war eine Antwort auf die dramatischen historischen Erfahrungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch das Menschenrecht auf Asylsuche ist Bestandteil dieser Charta, umgesetzt in europäischem und nationalstaatlichem Recht. Die zweitägige Fortbildung zu menschenrechtlichen Aspekten von Asyl- und Flüchtlingspolitik wendet sich an Mitarbeiter/innen der Ausländerbehörde Berlins und andere Multiplikator/innen, aber auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Veranstaltung soll als Bildungsurlaub nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz anerkannt werden.
Do 03. - Fr, 04. Juni 2010 jeweils 10-17 Uhr in Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung bis 28. Mai, Veranstaltung O79
Die Fortbildung wird gefördert im Rahmen des Förderprogramms »Menschen Rechte Bilden« durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ)
Politische und sozio-ökonomische Implikationen eines Mega-Events
Als die FIFA 2004 bekannt gab, die Fußball WM 2010 in Südafrika auszutragen, war die Freude nicht nur in Südafrika groß. An vielen Orten zwischen Kairo und Kapstadt herrschte Begeisterung, dass auch Afrika endlich einmal ein großes Sportereignis austragen durfte. Südafrika sollte stellvertretend für den gesamten Kontinent der Weltgemeinschaft zeigen, dass auch Afrika ein solches Ereignis finanziell und organisatorisch bewältigen kann. Auch in Südafrika waren die Erwartungen hoch: die WM sollte wirtschaftliche Impulse geben, die verschiedenen Völker einander näher bringen und das Land international präsentieren. Im Ausland wurde das Projekt lange kritisch gesehen: unfertige Stadien, hohe Kriminalität, schlechte Infrastruktur waren die Befürchtungen. Was hat sich bewahrheitet? Welche Erwartungen wurden erfüllt? Was werden die Folgen der WM für Südafrika und den afrikanischen Kontinent sein? Diese Fragen sollen diskutiert und vertieft werden.
Im Anschluss der Diskussionsveranstaltung werden wir Gelegenheit haben im Rahmen eines public viewing das Vorrundenspiel Kamerun-Niederlande zu sehen.
Referent/innen: Dipl.-Volkswirt Idriss Tawat, Vorsitzender NARUD e.V.; Dr. Sebastian Seedorf, Initiative Südliches Afrika (INISA); Peter Senft, IG Metall Vorstand, Abt. Internationales und Europa; Renate Tenbusch, Friedrich-Ebert-Stiftung, Referat Afrika; Moderation: Karl-Heinz Niedermeyer, FA I „Internationale Politik“, SPD Berlin
Leitung: Joachim Wagner, August Bebel Institut
Do. 24. Juni 2010, 18.3020.30 Uhr, in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung O75
Zur Repräsentation afrikanischer Kunst in Deutschland
Im Rahmen der Ausstellung »Afrikanische Vielfalt« werden wir uns am heutigen Abend mit der Frage nach der Repräsentation afrikanischer Kunst in Deutschland auseinandersetzen. Hierbei wird es zum Einen um die Präsenz afrikanischer Gegenwartskunst in deutschen Museen und Galerien gehen. Zum Anderen soll ihre Wahrnehmung durch das Publikum diskutiert werden.
An afrikanische Kunst werden noch immer bestimmte Erwartungen gestellt: sie soll „authentisch“ bzw. „afrikanisch“ sein, aber dennoch nicht folkoristisch. Hier stellen sich jedoch die Fragen was ist "authentisch" bzw. "afrikanisch"? Was passiert, wenn afrikanische Gegenwartskunst aus ihrem Kontext genommen wird und in einem westlichen Rahmen gezeigt wird? Wie wird die Kunst aus afrikanischer Sicht definiert? Wie gehen jene Künstler/innen mit den westlichen Erwartungshaltungen um? Die Podiumsteilnehmer werden diese Fragen aus ihren unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und das Publikum zur Diskussion einladen.
Referent/innen: Christophe Ndabananiye, Künstler; Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Kurator; Dorina Hecht, Kunsthistorikerin; Stèphan Bauer, Leiter Kunstraum Kreuzberg/Bethanien; Moderation: Yvette Mutumba, Kunsthistorikerin
Leitung: Joachim Wagner, August Bebel Institut
Mi. 30. Juni 2010, 19-21 Uhr, in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung O 76