
Dialogforen & Workshops
AprilOktober 2010
Im Rahmen des diesjährigen Jahresthemas »50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten Eine (selbst)kritische Bilanz« lädt AfricAvenir International in Kooperation mit dem August-Bebel-Institut zu sechs Dialogforen und begleitenden Workshops ein. Im Mittelpunkt stehen Beiträge afrikanischer Expert/innen, um einen Austausch über die afrikanische Perspektive auf Kolonialismus und antikoloniale Unabhängigkeitsbewegungen zu ermöglichen.
Neben dem einführenden Input der jeweiligen Referent/innen lebt das Dialogforum insbesondere von der aktiven Beteiligung des Publikums. So ist jede/r eingeladen, mit den jeweiligen Expert/innen in Austausch zu treten, um die europäisch-afrikanische Geschichte und Gegenwart zu reflektieren und den Austausch von Erfahrung zu intensivieren. Ergänzend werden Wochenend-Workshops angeboten, in denen gemeinsam an den Themen der vorangegangenen Dialogforen gearbeitet wird.
Eine Kooperation von AfricAvenir International e.V. und dem August Bebel Institut mit Yedd Deutsch-Algerische Kultur e.V. und Le Monde Diplomatique. Gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin.
Leitung: Judith Strohm, Politologin, AfricAvenir International e.V., und Joachim Wagner, Politologe, August Bebel Institut
Alle Veranstaltungen werden ins Deutsche übersetzt. Wir danken Julien Enoka Ayemba für die inhaltliche Beratung bei der Konzeption des Dialogforum.
Prof. Kum’a Ndumbe III. (Universität Yaoundé I, Kamerun) untersucht die Kontinuitäten der kolonialen Vergangenheit im heutigen Afrika, speziell in Kamerun. Anhand der deutschen Kolonialpolitik werden jene Faktoren aufgezeigt, die zur Außenabhängigkeit und damit zur Verhinderung endogener Entwicklung führten, aber auch die Bildung des kamerunischen Widerstands beeinflussten. Der zeitgeschichtliche Rahmen umfasst die Afrikapolitik des Deutschen Reiches bis hin zur Gegenwart im vereinigten Deutschland. Der Verbleib des Tangué, einer Königsinsignie der kamerunischen Belé Belé, in München ist ein aktuelles Beispiel für die Gegenwärtigkeit des Kolonialismus. Ein ganztägiger Workshop unter Leitung von Prof. Kum’a Ndumbe III. lädt Interessierte dazu ein, diese Themen zu vertiefen und gemeinsam zu diskutieren.
Referent: Prof. Kum’a Ndumbe III., promovierte in Lyon und habilitierte in Berlin. Zu seinen Fachgebieten zählen Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft, v.a. die Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Er ist Gründer der Stiftung AfricAvenir International in Douala.
Do, 15. April 2010, 1921 Uhr, Dialogforum, Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung O89
Sa, 17. April 2010, 1017 Uhr, Workshop in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 15. April, Veranstaltung O90
Fabien Eboussi Boulaga, einer der wichtigsten Intellektuellen Afrikas, geht 50 Jahren afrikanischer Unabhängigkeiten (selbst)kritisch auf den Grund. Wo bestehen für afrikanische Gesellschaften noch heute Abhängigkeiten von ihren ehemaligen „Schutzmächten“ und wie müsste eine gemeinsame Bewältigung der Kolonialvergangenheit von Seiten Europas und Afrikas aussehen? Er bietet eine Betrachtung der historischen Verbindungen zwischen Europa und Afrika mit Blick auf die noch immer gegenwärtige Herausforderung der Dekolonisierung heute.
Referent: Prof. Fabien Eboussi Boulaga (Kamerun)
Fr, 4. Juni 2010, 19- 21 Uhr, Dialogforum, Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung O91
8. Mai 1945 - das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, ein Freudentag im Kampf gegen den Faschismus. 8. Mai 1945 - das Massaker von Sétif, mehrere tausend Algerier werden von französischen Siedlern ermordet, ein Trauertag in Algerien. Dieses Ereignis, das große Bedeutung für die spätere algerische Unabhängigkeitsbewegung hatte; mit dem die Bevölkerung noch heute leben muss, ist auch ein Teil europäischer Geschichte. Welche Bedeutung haben die kolonialen Verbrechen für die aktuellen algerisch-französischen Beziehungen?
Der darauf folgende Workshop lädt Interessierte zur Vertiefung des Themas ein.
Referent: Daho Djerbal (Algerien)
Do, 2. September 2010, 19-21 Uhr, Dialogforum, Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung P90
Sa, 4. September 2010, 10-17 Uhr, 10 - 17 Uhr, Workshop in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 2. September, Veranstaltung P91
Die Entstehung der ersten panafrikanischen politischen Bewegung »Rassemblement Démocratique Africain« ist ein wichtiger Meilenstein für die politische Emanzipation in den französischen Kolonien Westafrikas. Der Historiker Ibrahima Thioub verfolgt die intellektuellen Wurzeln dieser afrikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen und zeigt, wie die Visionen afrikanischer Intellektueller diese inspirierten, verweist jedoch auch auf ihre Konfrontation mit der neokolonialen Realpolitik.
Der darauf folgende Workshop lädt Interessierte zur Vertiefung des Themas ein.
Referent: Prof. Ibrahima Thioub (Senegal)
Do, 23. September 2010, 19- 21 Uhr, Dialogforum, Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung P92
Sa, 25. September 2010, 10 - 17 Uhr, 10 - 17 Uhr, Workshop in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 23. September, Veranstaltung P93
Die Mau Mau Bewegung begann bereits 1952 den antikolonialen Widerstand in Kenia, der 1963 zur Unabhängigkeit führte. Bis heute wird sie in der Literatur häufig ganz im Sinne der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien als terroristische Vereinigung bezeichnet. Das Dialogforum thematisiert die gesellschaftspolitischen Visionen der Mau Mau-Bewegung und ihren bewaffneten Widerstand unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Perspektive. Zudem geht es um die Aktualität des Themas anlässlich der 2008 eingereichten Entschädigungsklage der Mau Mau Veteranen gegen die britische Regierung.
Der darauf folgende Workshop lädt Interessierte zur Vertiefung des Themas ein.
Referentin: Muthoni Wanjeki, Human Rights Commission (Kenia)
Do, 7. Oktober 2010, 19- 21 Uhr, Dialogforum, Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung P94
Sa, 9. Oktober 2010, 10 - 17 Uhr, 10 - 17 Uhr, Workshop in Berlin Wedding, Beitrag 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 7. Oktober 2010, Veranstaltung P95
Der Großteil der afrikanischen Länder errang seine Unabhängigkeit während des Kalten Krieges und geriet in direkten politischen Einfluss einer der beiden Blöcke. Zudem wurden die afrikanischen Länder „unabhängig“ als sich die Entwicklungszusammenarbeit immer stärker entwickelte. Das Dialogforum bietet einen kritischen Rückblick auf 50 Jahre Entwicklungspolitik aus afrikanischer Perspektive, die widersprüchlichen Interessen der „Geber“ und den Widerstand gegen eine „Entwicklung“, die von außen definiert wird.
Der darauffolgende Workshop lädt Interessierte zur Vertiefung des Themas ein.
Referentin: Dr. Fanta Kaba, Paris (angefragt)
Do, 28. Oktober, 19- 21 Uhr, Dialogforum, Galerie im Kurt Schumacher Haus, Berlin Wedding, beitragsfrei, Anmeldung erbeten, Veranstaltung P96
Sa/So, 30./31 Oktober 2010, 10 - 17 Uhr, Workshop in Berlin Wedding, Beitrag 20 € inkl. Verpflegung und Getränke, Anmeldung bis 20. Oktober 2010, Veranstaltung P97